Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe

 

Arche Region Flusslandschaft Elbe - Amt Neuhaus

Das Jahr 2010 war das Jahr der Biologischen Vielfalt und mit 2011 beginnt die Biodiversitätsdekade, zu der die UNO aufgerufen hat.

Biosphärenreservate sind Modellregionen einer nachhaltigen Entwicklung. Eines ihrer Ziele ist es, geeignete Maßnahmen zur Erhaltung von pflanzen- und tiergenetischen Ressourcen zu ergreifen und damit die biologische Vielfalt zu bewahren. So war es selbstverständlich, dass die Biosphärenreservatsverwaltung den Aufbau der Arche Region Flusslandschaft Elbe - Amt Neuhaus förderte und unterstützte. Anlässlich der Internationalen Grünen Woche im Januar 2011 in Berlin wurde die Anerkennung der ersten Arche Region Deutschlands ausgesprochen.

Die Arche Region Flusslandschaft Elbe - Amt Neuhaus hat ihre „Keimzelle" im Amt Neuhaus  und dehnt sich bis nach Mecklenburg-Vorpommern und in den Landkreis Lüchow-Dannenberg aus.

Das Ziel des Arche Konzeptes ist die Erhaltung alter, robuster und an ihren Lebensraum angepasster gefährdeter Haustierrassen. Dabei heißt die Devise der GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen) schützen durch Nutzen. Nur die Verarbeitung und Vermarktung der Produkte dieser Rasse kann ihren Bestand sichern. Eine Forderung der GEH an eine Arche Region ist, dass auch bei Gästen der Region Interesse an alten Haustierrassen geweckt wird. So wird es in Kürze für die Arche Region Flusslandschaft Elbe eine Karte mit Rad- und Wanderrouten und Informationen zu den alten Rassen geben, die den Weg zu beteiligten Betrieben mit den gefährdeten Tieren weist. Neben der Erhaltung der alten Rassen trägt die Arche Region auf diese Weise gleichzeitig zu einer Belebung der Kulturlandschaft bei.

Es wurden schon viele bestandsbedrohte Nutztierrassen - hier ist der Begriff Nutzen (u.a. Fleisch, Milch, Eier, Wolle) hervorzuheben - in die Region zurückgeholt, z.B. das schwarzbunte Niederungsrind alter Zuchtrichtung, das Rauwollige Pommersche Landschaf, das Sattelschwein, das Ramelsloher Huhn und das Vorwerkhuhn. Die Leinegans galt schon als ausgestorben. 1994 wurden durch Zufall noch sechs reinrassige Tiere entdeckt. Drei Paare helfen heute in der Arche Region, diese alte bodenständige Landgans zu erhalten.

Vom schwarzweißen Landschwein aus dem Land Hannover-Braunschweig ist seit Mitte der 1970er Jahre kein Tier mehr zu finden. Die alte Rasse, als Weideschwein einst weit verbreitet, ist leider ausgestorben.

Viele der Betriebe, die sich mit den alten Haustierrassen beschäftigen, arbeiten in einer Interessengemeinschaft zusammen. Hier gibt es Beratung und mancherlei Unterstützung für all diejenigen, die sich an der Umsetzung dieser Idee beteiligen wollen.

Die erste Arche Region Deutschlands

Standorte der bedrohten Nutztierrassen